Historische Geographie der Großen Ungarische Tiefbene





Die Große Ungarische Tiefehene, in der Mitte des Karpatenbeckens gelegen, umfasst eine Fläche von 100 000 km2. Die Fachliteratur, aber auch die Offentlichkeit ist von einem einseitigen, wenn nicht gar falschen Bild geprägt, was die Siedlungen und die Gesellschaft der Tiefebene betrifft. Ziemlich einstimmig ist man der Meinung, dass die Tiefebene eine rückständige Landschaft ist, die sogar einen östlichen, "asiatischen" Charakter aufweist. Der erfahrene Reisende und Forscher, der Englander Robert Townson, stand dieser Situation ebenfalls verständnislos gegenüher. Er kam Ende des 18. Jahrhunderts nach Debrecen, einer Großstadt der Tiefebene. "Wie konnten 30 000 Menschen eine solche Gegend als ihren Wohnort wählen, wo weder Quelle noch Fluss, noch Brennstoff und Baustoff sind." Der Professor für Geographie Den Hollander aus Amsterdam schrieb 1947: "... der Reisende, der sich schon an die waldbedeckte, feuchte, bergige und hügelige Landschaft Mitteleuropas gewöhnt hat, [wirdJ am linken Ufer der Donau von einer grundsätzlich anderen Gegend empfangen, so dass er seine Überraschung nicht verberger kann. Nur ein längerer Aufenthalt kann ihn davon überzeugen dass er sich in einer Gegend befindet, wo Natur und Geschichte Siedlungs- und Wirtschaftsfomen zustande gebracht haben, die einzigartig sind." Dieses Buch sucht nach dem Grund, der Wurzel des einzigartigen tieflandischen Charakters.





INHALT


EINFÜHRUNG:
EIGENHEITEN DES SIEDLUNGSSYSTEMS DER GROSSEN UNGARISCHEN TIEFEBENE / 7


DIE HAUPTMERKMALE DER ANDERSARTIGKET DER TIEFEBENE / 15

DER RAUM DES "TIEFLÄ
NDISCHEN WEGES" - DIE GRENZEN DER TIEFEBENE / 23

ERKLÄRUNGSVERSUCHE DER TIEFLÄNDISCHEN EIGENHEITEN / 29

Der erste „Verdüchtigte": die (Natur)Landschaft / 29
Der tiefländische Weg - ein nomadisches Erbe / 50
Die Tiefebene - eine verspätete („rückständige") Landschaft / 53
Die Tiefebene - die Peripherie / 56
Die Tiefebene - ein Grenzland / 58
Die Tiefebene - eine Region mit einer besonderen gesellschaftlichen Entwicklung / 60

DIE ENTSTEHUNG DER MARKTFLECKEN DER TIEFEBENE UND IHRE LAGE ZUR ZEIT DER TÜRKENHERRSCHAFT / 75

Die Anfänge der ungarischen Stadtentwicklung / 75
Die Marktflecken der Tiefebene im 15., 16. und 17. Jahrhundert / 79
Die Rechtsstellung der tiefldndischen Marktflecken / 79
Die Wirtschaft der Marktflecken der Tiefebene / 86
Größe und Nutzung der Flur / 92
Die städtischen Funktionen der Marktflecken / 101
Die Gesellschaft der Marktflecken / 106
Die Marktflecken und die Reformation / 110
Die Marktflecken und die freibäuerliche Entwicklung / 115
Die Mehrgliedrigkeit der Siedlungen - Marktflecken mit Stallgärten / 117
Der Marktfleckenbestand zur Zeit der Türkenherrschaft / 137
Die Bilanz der Türkenzeit in der Tiefebene / 151

JAHRHUNDERTE MIT JANUSGESICHT - DIE TIEFEBENE UND DIE MARKTFLECKEN NACH DER VERTREIBUNG DER TÜRKEN BIS ZUM ANFANG DER BÜRGERLICHEN EPOCHE (1848) / 155
Die Bedingungen der Siedlungsentwicklung in Ungarn nach der Vertreibung der Türken / 155
Die Entwicklung der Marktflecken der Tiefebene im 18. Jahrhundert / 165
Der Marktfleckenbestand im 18. Jahrhundert / 165
Die Refeudalisierung und die Marktflecken / 175
Der Fortbestand des „Siedlungssystems mit Marktfleckencharakter" / 180
Der Wandel in der Flurnutzung / 181
Die Entstehung und Verbreitung des Wirtschafts- und Siedlungssystems der Einzelhöfe in der Tiefebene / 183
Die Merkmale des tiefländischen Siedlungsbestandes im letzten Jahrhundert des Feudalismus / 203

DIE NACHFOLGEGFSCHICHTE DES TIEFLÄNDISCHEN WEGES" -
DIE MARKTFLECKEN UND IHRE EINZELHÖFE IN DER BÜRGERLICHEN EPOCHE (1848-1945) / 213

Voraussetzungen der Siedlungsentwicklung in Ungarn in der bürgerlichen Epoche / 214
Die Marktflecken in der bürgerlichen Epoche / 218
Das Schicksal der Einzelhofwelt in der bürgerlichen Epoche / 230

DIE TIEFEBENE IN DER MODERNISIERUNG DES LANDES AM ANFANG DES 20. JAHRHUNDERTS / 237

DIE VERÄNDERTE STELLUNG DER TIEFEBENE IN DER ZWISCHENKRIEGSZET / 245

EPILOG / 251

ANMERKUNGEN / 259